03.05.2016

Über Minimalismus

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Laut dem Duden beschreibt Minimalismus die "bewusste Beschränkung auf ein Minimum, auf das Nötigste". Schon seit ein paar Jahren beschäftigen sich Blogger verschiedener Richtungen mit dem Thema - in der Musik und Kunst ist Minimalismus schon seit geraumer Zeit ein Thema.

Was macht es für die Lifestyleszene so attraktiv? Projekte wie Project 333  für den Kleiderschrank oder 100 things challenge von Dave Bruno für den Alltag werden auf etlichen Blogs rezensiert und locken Neublogger in die Internetwelt, die über ihre Erfahrungen mit diversen Projekten bloggen.
Auch wenn ich mit "minimal music" nicht wirklich etwas anfangen konnte, habe ich mir das Konzept mal genauer angeschaut und bin nun sehr begeistert davon. Fotografien mit klarer Linie und möglichst minimalistischem Inhalt finde ich doch sehr ästhetisch und mir gefällt der konsumkritische Aspekt des Minimalismus sehr. Seien wir doch mal ehrlich - wer blickt nicht nach etlichen Jahren im Elternhaus auf einen vollen Dachboden und Keller zurück? Der ganze Kram, der in all den Jahren nicht ein einziges Mal hervorgeholt wurde, Kram, den man hier und da als Kind uuuuuunbedingt wollte und dann nicht wieder angefasst hat.
Minimalistisch leben bedeutet aber viel mehr, als unnötigen Ballast wegzuwerfen und den Dachboden zu entrümpeln. Es geht darum, seinen täglichen Konsum einzuschränken, zu zeigen, dass Leben auch mit wenigen materiellen Dingen geht und sogar wahnsinnig befreiend sein kann. Ich habe mich eine Zeit lang damit beschäftigt, bin aber zu dem unbefriedigenden Entschluss gekommen, dass ich zu viele Bücher habe, von denen ich mich aber auch nicht trennen kann. Durch mein Germanistikstudium und private Affinität zum Lesen entstand sehr schnell der Traum, später eine riesige Bücherwand im Wohnzimmer zu haben. Ähnlich sieht es beim Zubehör für mein Hobby aus - die Fotografie. Und auch Schreibkram für die Uni kann ich nicht entbehren, noch brauche ich diverse Ordner, Locher, Tacker, Schere, verschiedene Stifte, Blöcke,..
Nichtsdestotrotz finde ich den Gedanken des Minimalismus sehr wichtig und auch reizvoll, vor allem im Hinblick auf die Ressourcen, die mit reduziertem Konsum geschont werden können.
Man muss also nicht alles sofort wegwerfen, sondern beim nächsten Stadtbummel einfach fragen: brauche ich das gerade wirklich? Habe ich nicht vielleicht sogar mehr davon, wenn ich mir XY nicht kaufe, da es ohnehin nach ein paar Wochen nur herumstehen und verstauben wird?
// Sarah

Kommentare

  1. Ich bin über Pinterest auf diese Capsule Wardrobes gekommen. Also einmal den Kleiderschrank ordentlich entrümpeln und mit wenigen - gut untereinander kombinierbaren - Stücken wieder befüllen. Und ich fahre gut damit. Ich stand schon lange nicht mehr ratlos vorm Schrank. Alle Teile die drin sind trage ich gerne. Es sind gut durchdachte Einkäufe ... kein Fehlkauf mehr. Und das tut gut. Den Geldbeutel schont es allerdings nicht unbedingt, weil ich mir gerne auch mal teurere Teile gönne. Also weniger aber dafür hochwertigere Sachen.
    Von Büchern könnte ich mich auch nicht trennen. Auch wenn ich inzwischen auf einen ebook-Reader umgestiegen bin, so müssen manche Bücher einfach als Hardcover her.
    LG, Tina

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  2. Hallo Tina,
    das stimmt, entrümpeln und neu bestücken muss nicht unbedingt günstiger sein, aber es ist auf jeden Fall ein gutes Gefühl. Und Quantität ist ja in vielen Bereichen viel besser als Qualität. Ich finde, ein bisschen weniger Konsum durchaus befreiend :)
    LG, Sarah

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