17.10.2015

Über das Fernweh

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Fernweh impliziert eine Sehnsucht. Eine Sehnsucht nach Unbekanntem, nach fernen Ländern, nach neuen Orten und einem temporären neuen Leben. Aber es ist nicht nur der Wunsch nach Urlaub, mal "raus" zu kommen, ausspannen zu können, es ist viel mehr als das. In vielen Sprachen wird diese Reiselust oft mit "wanderlust" übersetzt, in anderen Sprachen gibt es gar kein Wort dafür. Eine sehr schöne deutsche Wortschöpfung aus dem 19. Jahrhundert in Analogie zum älteren Wort Heimweh gebildet. Das kleine Nest, in dem ich aufgewachsen bin, war mir schon bald nicht mehr genug. Engstirnige Persönlichkeiten um mich herum und grausame Verbindungen zur nächsten Stadt. Heute, 10 Jahre später, sitze ich in meiner ersten eigenen Wohnung in einer der schönsten und sonnigsten Städten der Welt und fühle mich wohl. Trotzdem habe ich Fernweh, nach einer neuen Stadt, neuen Menschen, einer neuen Umgebung, nicht für immer, aber für eine Weile. Nichts ist wirklich für immer, nicht die Freundschaften, die man knüpft, nicht die Wohnung, die man bezieht und nicht die vertraute Umgebung in der Provinz. Heimweh zu haben ist nicht schlimm, nur kein Fernweh zu haben ist traurig. Ohne Neugierde auf neue Menschen, neue Städte, den neuen Job oder das neue Studienfach scheint das Leben ziemlich eintönig. Darum fotografiere ich gerne die Landschaften, die mich faszinieren. Um träumen zu können, wenn mich das Fernweh packt.

// Sarah

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